Ein Besuch - eine Tür weiter - und eine ganz andere Welt tut sich auf. Neun Leute
arbeiten, feilen und schmirgeln an großen Steinen herum. Die Plätze sind von feinem,

weißem Staub bedeckt. Manche Personen arbeiten mit Mundschutz, alle auch mit
Schürzen.
Wir werden freundlich begrüßt und sind neugierige Besucher. Wir gehen umher und
betrachten die einzelnen Arbeitsvorgänge. Ich sehe zum ersten Mal, dass Speckstein
auch farbig sein kann. Ein größeres Exemplar hat gelblich-braune Farbstreifen. Es gibt,
wie hier zu sehen ist, weiße, gelbe, grüne Steine.
Die Arbeitsgruppe ist schon seit ca. drei Jahren zusammen und so ist auch der Ton
zwischen den Mitgliedern freundschaftlich, locker. Jeder hier hat sein eigenes
Handwerkzeug dabei. Ich bin erstaunt, dass man den Stein auch sägen oder mit Hammer
und Meißel bearbeiten kann.
Alle Personen, die hier mit Freude und Geduld arbeiten, sind Laien, aber welche
künstlerische, schöpferische Kraft entsteht in diesem Raum! Ich gehe von Platz zu Platz
und staune. Nun aber lasse ich mir dieses Werkstück erklären und erfahre, dass dieser
weiße Stein einmal ein Engel werden wird. Die Konturen erkenne ich schon sehr deutlich.
Der Engel soll zum Weihnachtsfest verschenkt werden. Er wird sicher einen besonderen
Platz finden!
Wozu wird ein Engel gebraucht?

Ein Engel, griechisch angelos, „Bote".
Mein Erscheinen ist mit vielfältigen Aufgaben verbunden. Ich verkündige große Freude.
Ich beschütze die Mutter und das Kind. Ich begleite die Menschen auf all ihren Wegen, im
Leben und auch in die Ewigkeit.
Ich bin für alle Menschen ein guter Geist. Ich sehe mich aber nicht nur als Heilsbringer,
sondern komme zu ihrem Schutz. Ich stehe ein für Frieden und Ausgleich, für Trost und
Freude. Viele Menschen haben mich bei sich in Form von Bildern, in Porzellan, in Holz
und anderen Werkstoffen. Ich bin gern bei den Menschen, in ihrem Zuhause, in ihrem
Herzen!

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